Lustiges

Der Eber

Heinz Erhardt

Der Eber ist oft mißgestimmt,
weil seine Kinder Schweine sind.
Nicht nur die Frau, die Sau alleine -
auch die Verwandtschaft,
alles Schweine.

(C) Der große Heinz Erhardt, Lapan in der Carlsen Verlag, Hamburg 2009


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Der Maus

Heinz Ehrhardt

Der Maus ihr Gatte wurd’ geschnappt
von einer Mausefalle, nun war
– verdammt und zugeklappt! –
er mausetot für alle.

Die Trauerrede für’n Gemahl,
sie gipfelte im Satze:
»Viel schneller ging’s in jedem Fall
mit Falle – als mit Katze!«

(c)Der große Heinz Ehrhardt, Lappan in der Carlsen Verlag, Hamburg 2009


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Die drei Spatzen

Christian Morgenstern, 1921

In einem leeren Haselstrauch
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht.
So warm wie der Hans hats niemand nicht.

Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.


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Es sitzt ein Vogel auf dem Leim

Wilhelm Busch, 1874

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim.
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.

Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.
Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.



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Das Krokodil
(Joachim Ringelnatz., 1924)

Es war ein faules Krokodil,
Das lag zwei Monate ganz still.
Dann schlief es sieben Jahre ein
Und schließlich schien es tot zu sein.



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Witze


Der Gast will zahlen: „Was hatten wir denn? “„Das weiß nur der Koch, bestellt hatte ich Forelle.“

Ein Spaziergänger erblickt einen Angler, bleibt stehen und schaut ihm minutenlang zu. Kopfschüttelnd meint er schließlich: „Also nichts ist langweiliger als Angeln!" Darauf der Angler: "Doch, das Zuschauen!“

Der Gast: „Kellner, bringen Sie mir bitte eine Forelle Müllerin Art!" Ruft ein zweiter Gast: „Mir auch bitte. Aber ganz frisch!“ Schreit der Kellner in die Küche: „Zweimal Forelle, Toni. Einmal davon frisch!“
(Quelle: http://witze.net/fisch-witze, 10.08.2021)


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Der Gaul

Christian Morgenstern, 1932

Es läutet beim Professor Stein.
Die Köchin rupft die Hühner.
Die Minna geht: Wer kann das sein?
– Ein Gaul steht vor der Türe.


Die Minna wirft die Türe zu.
Die Köchin kommt:
Was gibt’s denn?
Das Fräulein kommt im Morgenschuh.
Es kommt die ganze Familie.

„Ich bin, verzeihn Sie“, spricht der Gaul,
der Gaul vom Tischler Bartels.
Ich brachte Ihnen dazumaul
die Tür- und Fensterrahmen!‘

Die vierzehn Leute samt dem Mops,
sie stehn, als ob sie träumten.
Das kleinste Kind tut einen Hops,
die andern stehn wie Bäume.

Der Gaul, da keiner ihn versteht,
schnalzt bloß mal mit der Zunge,
dann kehrt er still sich ab und
geht die Treppe wieder hinunter.

Die dreizehn schaun auf ihren Herrn,
ob er nicht sprechen möchte.
„Das war”, spricht der Professor Stein,
“ein unerhörtes Erlebnis!.. ”


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Von dem großen Elefanten

(Christian Morgenstern)

Kennst du den großen Elefanten,
du weißt, den Onkel von den Tanten,
den ganz ganz großen, weißt du, der
– der immer so macht, hin und her.

Der läßt dich nämlich vielmals grüßen,
er hat mit seinen eignen Füßen
hineingeschrieben in den Sand:
Grüß mir Sophiechen Windelband!

Du darfst mir ja nicht drüber lachen.
Wenn Elefanten so was machen,
so ist dies selten, meiner Seel!
Weit seltner als bei dem Kamel.


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Die Made

Heinz Erhardt

Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.

Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
„Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol.
So leb denn wohl!
Halt, noch eins!
Denk, was geschah,
geh nicht aus,
denk an Papa!“

Also sprach sie und entwich
- Made junior aber schlich
hinterdrein; doch das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade Made
ohne Gnade.
Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde...

(C)Der große Heinz Erhardt, Lapan in der Carlsen Verlag, Hamburg2009)


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Die Affen

(Wilhelm Busch, 1904)

Der Bauer sprach zu seinem Jungen:
Heut in der Stadt, da wirst du gaffen.
Wir fahren hin und sehn die Affen.

Es ist gelungen
Und um sich schief zu lachen,
Was die für Streiche machen
Und für Gesichter,
Wie rechte Bösewichter.

Sie krauen sich,
Sie zausen sich,
Sie hauen sich,
Sie lausen sich,

Beschnuppern dies, beknuppern das,
Und keiner gönnt dem andern was
Und essen tun sie mit der Hand,
Und alles tun sie mit Verstand,
Und jeder stiehlt als wie ein Rabe.
Paß auf, das siehst du heute.

O Vater, rief der Knabe,
Sind Affen denn auch Leute?
Der Vater sprach: Nun ja,
Nicht ganz, doch so beinah


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Die beiden Esel

Christian Morgenstern, 1932

Ein finstrer Esel sprach einmal
zu seinem ehlichen Gemahl:

„Ich bin so dumm, du bist so dumm,
wir wollen sterben gehen, kumm!“

Doch wie es kommt so öfter eben:
Die beiden blieben fröhlich leben


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Der Hecht
Christian Morgenstern, 1932

Ein Hecht, vom heiligen Antōn bekehrt,
beschloß, samt Frau und Sohn,
am vegetarischen Gedanken
moralisch sich emporzuranken.

Er aß seit jenem nur noch dies:
Seegras, Seerose und Seegries.
Doch Gries, Gras, Rose floß, o Graus,
entsetzlich wieder hinten aus.

Der ganze Teich ward angesteckt.
Fünfhundert Fische sind verreckt.
Doch Sankt Antōn, gerufen eilig,
sprach nichts als: Heilig! heilig! heilig!



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Ein Naßhorn

Heinz Erhardt

Ein Naßhorn und ein Trockenhorn
spazierten durch die Wüste.
Da stolperte das Trockenhorn,
und’s Naßhorn sagte: „Siehste!”

(c)Der große Heinz Erhardt, Lappan in der Carlsen Verlag, Hamburg2009


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Die Schild-krö-kröte

Christian Morgenstern

„Ich bin nun tausend Jahre alt
und werde täglich älter;
der Gotenkönig Theobald
erzog mich im Behälter

Seitdem ist mancherlei geschehn,
doch weiß ich nichts davon;
zur Zeit, da läßt für Geld mich sehn
ein Kaufmann zu Heilbronn

Ich kenne nicht des Todes Bild
und nicht des Sterbens Nöte:
Ich bin die Schild - ich bin die Schild -
ich bin die Schild - krö - kröte.“


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Die Schnecken

Wilhelm Busch, 1904

Rötlich dämmert es im Westen
Und der laute Tag verklingt,
Nur daß auf den höchsten Ästen
Lieblich noch die Drossel singt.

Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
Wo es still verborgen blieb,
Rüstet sich das Volk der Schnecken
Für den nächtlichen Betrieb.

Tastend streckt sich ihr Gehörne.
Schwach nur ist das Augenlicht.
Dennoch schon aus weiter Ferne
Wittern sie ihr Leibgericht.

Schleimig, säumig, aber stete,
Immer auf dem nächsten Pfad,
Finden sie die Gartenbeete
Mit dem schönsten Kopfsalat.

Hier vereint zu ernsten Dingen,
Bis zum Morgensonnenschein,
Nagen sie geheim und dringen
Tief ins grüne Herz hinein.

Darum braucht die Köchin Jettchen
Dieses Kraut nie ohne Arg.
Sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
Ob sich nichts darin verbarg.

Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
Ihres lieben gnädgen Herrn.
Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
Mag der alte Kerl nicht gern.


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